Interview mit Tierärztin Renee van de Ven

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Renee dentale Rx

Unsere Tierärztin Renee van de Ven ist dieses Jahr seit stolzen 15 Jahren bei uns tätig! Sie lebt in einem kleinen Dorf in Brabant, zusammen mit ihrem Freund, zwei Kindern und einer ganzen Menge an Tieren um sich herum. Neben der Inneren Medizin und der Katzenmedizin hat sie ihre Expertise im Bereich der Zahnheilkunde enorm erweitert. Wir haben sie interviewt, um zu erfahren, wie ihr Interesse an der Zahnheilkunde entstanden ist und was sie während ihrer Arbeit in der Kieferchirurgie alles erlebt.

Was hat dich motiviert, dich in der Zahnheilkunde weiterzuentwickeln?

Um ehrlich zu sein, musste ich die Zahnheilkunde schätzen lernen. Die Zahnheilkunde war lange Zeit ein bisschen das Stiefkind der Tiermedizin. Von den Besitzern wurde sie oft nicht als das Wichtigste angesehen, "denn der Hund frisst ja noch !" Und dann wurde die Belastung des Gebisses als nicht so schlimm betrachtet.

Die Zahnbehandlungen wurden oft "zwischendurch" durchgeführt, was für viel Frustration und Arbeitsdruck sorgte. Die tiermedizinische Zahnheilkunde hat sich im vergangenen Jahrzehnt stark weiterentwickelt. Es ist viel mehr möglich. Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, mich weiter damit zu beschäftigen. Ich habe zuerst einige Grundlagenkurse hier in den Niederlanden besucht und danach eine Reihe großer internationaler Kurse (ESAVS) besucht und teilgenommen. Darüber hinaus haben wir innerhalb der Tierklinik Hoogveld die Richtlinien angepasst und ein separates Programm für zahnärztliche Behandlungen eingerichtet. Dieses zahnärztliche Team besteht aus 3 Tierärzten und 6 bis 7 Tiermedizinischen Fachangestellten, die sich darauf spezialisiert haben. Da jeder eine Leidenschaft für diesen Bereich der Tiermedizin hat und wir uns stark weiterentwickelt haben, können wir wirklich etwas für die Tiere bewirken. Wenn Sie Tierbesitzer zur Kontrolle kommen nach einer umfassenden Zahnbehandlung, bei der mehrere Zähne gezogen wurden, und sie uns erzählen, dass ihr Hund sich 5 Jahre Júnger verhält, weiss ich wofür ich es tue!!!

Was macht die Zahnheilkunde bei Tieren so Besonders und die Herausforderung ?

Besonders ist das wir bei sehr jungen Patienten, aber auch sehr alten Tieren immer wieder schauen müssen was wir für sie tuen können. Patienten mit Begleiterkrankungen und Tieren unter 2 kg ist das tatsächlich eine Herausforderung!

Das Management einer guten Anästhesie macht mir unglaublich viel Spaß und ist eine große Herausforderung. Ich ziehe auch enorm viel Energie aus sehr dramatischen Gebissen mit extremer Parodontitis. Wenn man dann fertig ist und alles schön sauber und ordentlich genäht ist, ist man sehr erleichtert für dieses Tier. Außerdem führt man viele verschiedene Behandlungen durch, von Extraktionen über Prävention, von Kieferchirurgie bis Wurzelkanalbehandlungen, es ist sehr vielfältig.

Was war dein besonderster Patient aller Zeiten?

Schwierige Frage, man sieht so viele verrückte Dinge, aber der besondersste ist ein einjähriger Labradoodle mit einer Entwicklungsstörung der Zahnwurzeln. Alles war schief im Mund und die Hälfte der Zähne war locker. Das erwartet man nicht bei so einem jungen Hund. Als wir Röntgenbilder gemacht haben, waren wir enorm geschockt, denn es waren kaum Wurzeln an den Zähnen, einige Wurzeln wuchsen komplett in die falsche Richtung. Das Tier hatte enorm viel Schmerzen und wir haben die abweichenden Zähne entfernt. Jetzt geht es ihm wieder sehr gut.

Welcher Moment oder Erfolg innerhalb des zahnärztlichen Teams ist Ihnen immer in Erinnerung geblieben?
Die Extraktion eines kaputten Zahn bei einem Hund eines sehr treuen Kunden. Dieser Hund hatte damals das respektable Alter von 19,5 Jahren. Der Zahn musste entfernt werden. Das war eine kleine Herausforderung, aber durch die gute Zusammenarbeit des Teams hat alles gut geklappt.

Gibt es neue Techniken, die du anwendest? Oder Behandlungen, die du beherrschst und gerne mit Kollegen teilen würdest?Die aktuellste Fortbildung, die ich besucht habe, ist die Endodontie. Dabei lernt man nicht nur die Durchführung von Wurzelkanalbehandlungen, sondern auch zum Beispiel die Vital-Pulp-Therapie für junge Hunde, die einen Zahn abgebrochen haben. Oft ist man dann noch in der Lage, das Element zu retten, und das ist schön. Außerdem führen wir heutzutage viel umfangreichere Behandlungen gegen Parodontitis durch und entfernen nicht immer das Element. Oft machen wir einen Lappen und führen eine subgingivale Reinigung durch und entfernen das abweichende Knochenmaterial. Danach nähen wir den Lappen wieder zu. Wenn ein Besitzer motiviert ist und gute Zahnpflege leisten kann, kann man die Parodontitis stoppen und der Hund kann das Element behalten.

Wie verläuft die Zusammenarbeit im Zahnarztteam bei einem komplexen Eingriff?
Ich habe ein super tolles Team von tiermedizinischen Fachangestellten, auf die ich blind vertrauen kann. Sie sind meine Augen und Ohren während des Eingriffs. Oft konzentrieren wir uns sehr auf die Behandlung, die wir durchführen. Dabei unterstützen sie uns, aber gleichzeitig überwachen und managen sie auch die Anästhesie. Sie sind darin geschult, Probleme zu erkennen und rechtzeitig zu melden, wenn etwas abweichend verläuft. Außerdem macht es mir unglaublich viel Spaß, ihnen Dinge beizubringen. Neben den Fortbildungsmaßnahmen, die sie zur Zahnreinigung absolviert haben, versuche ich, ihnen auch tiefere Einblicke zu geben, indem ich ihnen beibringe, wie sie zahnmedizinische Röntgenaufnahmen machen, wie sie Probleme frühzeitig erkennen und diagnostizieren können, und sie kleine Behandlungen wie das Versiegeln von Zähnen durchführen werden. So bleibt es hoffentlich auch für sie herausfordernd genug!

Was möchtest du deinen Kollegen über die Bedeutung der Mundgesundheit bei Tieren mitgeben?
Mundgesundheit ist äußerst wichtig. Sie wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden des Tieres aus, sondern auch auf den Gesamtzustand und die Organfunktionen. Prävention ist der Schlüssel. Die Tiere, deren Besitzer wirklich engagiert sind, haben qualitativ viel bessere Zähne im höheren Alter. Die jährliche oder zweijährige Reinigung der Zähne kann so viel Leid vermeiden. Haben sie keine Angst ihr Tier unter Narkose legen zu lassen, ihr Tier wird es Ihnen danken wenn die Zähne wieder in Ordnung sind! Mit der richtigen Überwachung und Narkosemitteln ist das Narkoserisiko sehr gering.